Fragen und Antworten

Die Vision eine Selbstversorgerinitiative zu gründen, wirft eine Menge von Fragen auf. Wir haben uns mit anderen Solawi-Landwirten, Gemeinschaften und interessierten Menschen unterhalten. Wir haben recherchiert, gelesen und diskutiert. Wir haben Ideen entwickelt und teilweise wieder verworfen. Und umso mehr Informationen wir gesammelt hatten, umso klarer wurde: die eine richtige Lösung gibt es nicht. Jede Solawi-Gemeinschaft findet ihren individuellen Weg. Und jede Solawi-Gemeinschaft befindet sich in einer dauerhaften Entwicklung. Es geht nicht darum auf jede Frage sofort eine Antwort zu haben und für jedes Problem eine Lösung. Es geht um die Bereitschaft gemeinsam einen Weg zu beschreiten, dessen Ziel es ist, uns alle mit gesunden, schmackhaften, vielfältigen und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln zu versorgen.

Die folgenden Antworten für häufig gestellte Fragen sind eine Momentaufnahme.
panta rhei – Alles ist im Fluss

Elke, 13.03.2020

Ernteteiler sind juristische oder natürliche Personen jeden Geschlechtes, die sich verbindlich für mindestens eine Anbausaison (12 Monate) mit anderen Menschen der Versorgungsgemeinschaft die Kosten für eine solidarische Landwirtschaft, das Anbaurisiko und die Ernte des Schellehofes teilen.

Ein Ernteanteil kann als Haushaltsbedarf an Hofprodukten im Jahr beschrieben werden. Der Ernteanteil ist für alle Haushalte unterschiedlich und spiegelt die Verschiedenheit der Ernteteiler in ihren Lebensentwürfen und Ernährungsgewohnheiten wieder.

Die Anbausaison beginnt am 1. April eines Jahres und endet am 31. März des Folgejahres (Dauer: 12 Monate). Der Vertrag verlängert sich jedoch automatisch um eine weitere Saison, sofern keine Kündigung bis zum Ende des Kalenderjahres wirksam erklärt wurde. Die Mitglieder der Gemeinschaft werden am Jahresende an diese Frist erinnert.

Die vom Schellehof angebauten bzw. erzeugten Lebensmittel können der Grafik »Lebensmittel vom Schellehof« entnommen werden. Diese Übersicht zeigt auch, wann mit welchem Gemüse im Jahresverlauf zu rechnen ist (saisonale Ernährung).

Folgenden Lebensmittel können gewählt werden:

  • Gemüse
  • Getreide, Mehle, Grieße
  • Backwaren (Brot, Brötchen, Baguettes)
  • Lupinenkaffee
  • Eier + Suppenhuhn + Brathähnchen
  • Fleisch vom Rind und Schaf
  • Wurst vom Rind (und Schwein)
  • Martins- und/oder Weihnachtsgans

Der Schellehof ist ein zertifizierter Biobetrieb. Aktuell sind wir nach einer
8-jährigen Demeter-Mitgliedschaft keinem Bio-Anbauverband mehr angeschlossen. Wir sind Mitglied im Netzwerk der solidarischen Landwirtschaft.

»Solidarische Landwirtschaft« stellt sich für uns so dar: durch die hier geförderte echte Nähe zwischen Erzeuger und Verbraucher lässt sich die notwendige Transparenz in den Anbau- und Erzeugungsmethoden herstellen und Wissen über deren Auswirkung auf Natur, Klima und Gesellschaft erfolgreich vermitteln. Kein Logo, Slogan oder Siegel wird über ein Lebensmittel im Regal soviel aussagen. Anstelle eines Tierwohlsiegels setzen wir auf Menschenverstand und Empathie. Wir schreiben unsere eigenen Richtlinien!

Wofür dann also eine Biozertifizierung? Nicht aus Überzeugung, dass der Verbraucher durch den Kauf eines biozertifizierten Produktes die Sicherheit bekommt, das »best Möglichste getan zu haben«. Wir möchten uns von den konventionellen Landwirtschaften distanzieren, die in ihrem Marketing eine »FAST-BIO-NUR-NICHT-ZERTIFIZIERT-Strategie« fahren. Tatsächlich gilt für uns die Biorichtlinie als Minimalanforderung für die »gute landwirtschaftliche Praxis«. Unsere Bestrebungen hinsichtlich einer enkeltauglichen Landwirtschaft und einer wesensgemäßen Tierhaltung gehen weit darüber hinaus. Uns als solidarische Landwirtschaft könnte das eigentlich genügen, aber die Marktwirtschaft ist manipulativ und der Verbraucher allzu leicht zu blenden. Dann gibt ein staatliches Siegel hierzulande noch zusätzliche Sicherheit.

Vor Beginn der Anbausaison wird für jeden Ernteteiler-Haushalt eine Bedarfsmeldung abgegeben. Aktuell arbeiten wir an einer Online-Abfrage, die neben der Bedarfseingabemöglichkeit auch über die Verfügbarkeit der Lebensmittel Aufschluss geben soll. Die Entwicklung der technischen Lösung verzögert alljährlich die Bedarfserhebung. Der Bedarf muss in jedem Fall vor dem Stattfinden der Geberrunde gemeldet werden. Im besten Fall wird die Erhebung zukünftig im Januar durchgeführt. Alle Ernteteiler und Personen auf unserer Warteliste werden per eMail über den Zeitraum der Bedarfserhebung informiert.

Eine Anpassung des Bedarfs während der Anbausaison ist nicht vorgesehen, da die Anbauplanung bereits abgeschlossen ist, Bestellungen an Saatgut und Jungpflanzen ausgelöst sind und das eine oder andere Lebensmittel bereits am Wachsen ist.

Uns ist bewusst, dass gerade Solawi-Einsteiger Schwierigkeiten haben ihren Haushaltsbedarf abzuschätzen, deshalb geben wir ihnen die Möglichkeit uns jeweils zum Quartalsbeginn (Juli, Oktober, Januar) eine Bedarfsänderung zu schicken. Im Ermessen des Hofes wird je nach Verfügbarkeit die Entnahmemenge angepasst oder nicht. Sofern die Versorgung der Gemeinschaft sicher gestellt ist, steht einer Anpassung nichts im Wege.

Wer sich unsicher ist, wie hoch der Haushaltsbedarf für ein bestimmtes Lebensmittel ist, kann die Durchschnittswerte heranziehen, die wir im Rahmen der Bedarfserhebung zur Orientierung veröffentlichen.

Leider nein, Ressourcen sind endlich. Personalmangel macht auch vor einer Solawi nicht halt und manchmal ist der Anbau eines Lebensmittels in noch größeren Mengen derart zeitaufwändig, das wir es nicht leisten können. Zudem setzen Anbauflächen, finanzielle Ausstattung und andere begrenzende natürliche Faktoren Rahmenbedingungen für Anbau und Erzeugung. Leider nein, Ressourcen sind endlich. Personalmangel macht auch vor einer Solawi nicht halt und manchmal ist der Anbau eines Lebensmittels in noch größeren Mengen derart zeitaufwändig, das wir es nicht leisten können. Zudem setzen Anbauflächen, finanzielle Ausstattung und andere begrenzende natürliche Faktoren Rahmenbedingungen für Anbau und Erzeugung.

Dennoch möchten wir unsere Gemeinschaft »gut versorgen« und tun das Mögliche. Wir wollen auch nicht vergessen, das sich unsere Solawi im Aufbau befindet. Wir wachsen dem Bedarf der Gemeinschaft entgegen und möchten dabei die Themen Nachhaltigkeit und Weltgerechtigkeit nicht aus den Augen verlieren.

Wenn der Schellehof im Vergleich zum Bedarf der Gemeinschaft mit einer größeren Erzeugungsmenge gerechnet hat oder es zu einer überdurchschnittlichen Ernte kommt, findet die Gemeinschaft gemeinsam mit den Bewirtschaftern des Schellehofes eine Lösung für die Überproduktion. Die verbindliche Abnahme der Ernte ist ein wichtiger Baustein einer Solawi, die Erzeuger sollen mit diesem Problem nicht allein gelassen werden.

Sofern möglich wird die Planung für das Folgejahr angepasst oder weitere Abnehmer gesucht, wenn die Anbaumenge nicht weiter reduziert werden kann. Dieser Fall tritt z.B. dann ein, wenn der Anbau oder die Erzeugung durch die Reduzierung völlig unwirtschaftlich werden würde. Gerade bei den landwirtschaftlichen und tierischen Erzeugnissen kann das schnell der Fall sein.

Ein Ernteanteil hat keine feste Größe, er richtet sich nach dem jeweiligen Bedarf des Ernteteiler-Haushaltes. Für die meisten Lebensmittel können individuelle Mengen in der Bedarfsmeldung angegeben werden. Alle Haushalte bekommen in der Regel wöchentlich die Menge, die sie bei der Bedarfsmeldung angegeben haben und die im besten Fall dem tatsächlichen Haushaltsbedarf entspricht.

Bei einigen Lebensmitteln kann man jedoch keinen Einfluss auf die Liefermengen ausüben. Der Ernteteiler kann hier lediglich angeben, ob er das Lebensmittel beziehen möchte oder nicht. Die Ernte dieses Lebensmittels wird dann gleichmäßig über alle verteilt, die dieses Lebensmittel in der Bedarfsmeldung aktiviert haben. Welche Lebensmittel das genau betrifft, wird in der Bedarfsmeldung ersichtlich.

Jeder Haushalt kann seinen Lebensmittelbedarf durch die Kombination von Anteilen und Paketen decken. Es gibt bis auf »Wurst nur mit Fleisch« keine Einschränkungen hinsichtlich der Kombinationsmöglichkeiten. Wir möchten mit dieser Flexibilität insbesondere die Selbstversorger ansprechen, die im eigenen Garten Gemüse anbauen oder ihr Brot selber backen. Somit kann unsere Solidarische Landwirtschaft auch zur Ergänzung zum anderweitigen Bezug von Lebensmitteln genutzt werden.

Es ist uns wichtig, das das Modell der Solidarischen Landwirtschaft gesellschaftstauglich ist und nicht nur für eine Minderheit alltagstauglich ist. Daher haben wir uns für das sehr aufwändige Modell der bedarfsgerechten Verteilung entschieden.

In einer solidarischen Landwirtschaft tragen wir das Anbaurisiko gemeinsam und nicht, wie sonst üblich, der Erzeuger allein.
Die tatsächlich verteilten Mengen beim Gemüse können (nein, werden) von den kalkulatorischen Werten und den Bedarfsmeldungen abweichen, sie richten sich in erster Linie nach den Erntemengen, die niedriger oder höher ausfallen können! Wie im eigenen Garten auch, gibt es Kulturen, die in einem bestimmten Jahr gut wachsen und andere die es nicht tun. Oft hält sich der Ausfall bestimmter Kulturen oder Ernteeinbußen mit der Überproduktion gut die Waage, so dass wir uns gut versorgen können.

Zum Glück sorgt der Klimawandel bei uns noch nicht zum Ausrufen des Notstandes. Dank unserer Vielfalt und veränderter Anbaustrategien konnten wir bisher die Versorgung von Mensch und Tier sicherstellen. Generell In einer solidarischen Landwirtschaft tragen wir das Anbaurisiko gemeinsam und nicht, wie sonst üblich, der Erzeuger allein. Im Katastrophenfall, z.B. durch Auftreten einer Seuche in unserem Bestand, kann das anders sein. Im Jahr der Vogelgrippe hatten wir durch ein Vorziehen der Schlachtung um 2 Wochen vorgebeugt. Die Ernteteiler hatten uns durch eine vorzeitige Abnahme der Gänse unterstützt.

Wir bezeichnen die Lebensmittel, die wiederkehrend, also an mehreren Verteilungstagen, geliefert werden als ›Anteile‹ während ein ›Paket‹ mit seinem definierten Inhalt komplett zu einem bestimmten Termin geliefert wird. Diese sprachliche Spitzfindigkeit soll in erster Linie dem Verständnis dienen, damit Ernteteiler nicht enttäuscht sind, wenn sie nur einmal im Jahr Fleisch bekommen, weil sie nur 1 Fleischpaket in ihrer Bedarfsmeldung angegeben haben.

In erster Linie Getreide und die weiterverarbeiteten Lebensmittel, wie Mehl, Grieß und Kleie. Tatsächlich bauen wir aber auch Ackerbohnen und Lupinen an, die kein Getreide sind. Zukünftig können noch Ölsaaten oder andere Hülsenfrüchte, wie z.B. Linsen hinzukommen.
Für diese Lebensmittel nimmt der Schellehof aktuell Bedarfsmeldungen der Depots gesammelt ausschließlich per eMail an solawi@schellehof.de entgegen. Wie es zu der Erhebung kommt, ist den einzelnen Depotgruppen überlassen.

Entsprechend der Sammelmeldungen werden in den Depots verschiedene Körner, Saaten, Bohnen, Mehle, Grieße und Kleie in den angeforderten Mengen zur Mitnahme bereit gestellt.
Bestellmengen für die kommende Verteilung müssen dem Hof bis spätestens Sonntag Abend 18:00 Uhr von dem im jeweiligen Depot gewählten Verantwortlichen mitgeteilt werden.

Welche Produkte sind mit großer Wahrscheinlichkeit lieferbar:

  • Ackerfrüchte unverarbeitet (Körner/Bohnen): Dinkel, Emmer, Weizen, Roggen, Nacktgerste, Hafer, Ackerbohnen, Lupinen
  • Auszugsmehl normal (450) von allen o.g. Ackerfrüchten
  • Auszugsmehl hell (225) von Dinkel, Emmer, Weizen
  • Vollkornmehl von Dinkel, Emmer, Weizen, Roggen
  • Grieß von Dinkel und Weizen
  • feiner Schrot von Dinkel, Weizen, Roggen, Nacktgerste

Wir betreiben Ackerbau auf ungefähr 30 ha, wobei auf 25 % der Fläche klimafreundlich Klee-Luzerne-Gras für die Bodengesundung und Regeneration angebaut wird. Klimafreundlich deshalb, weil durch den Aufbau von Humus CO2 aus der Luft im Boden gespeichert wird. Durch das »Carbon Farming« lässt sich der Klimawandel belegt durch wissenschaftliche Studien eindämmen oder gar aufhalten. Leider vermögen unsere Kulturpflanzen den Humusaufbau nicht in dem Maße, wie es das Klee-Luzerne-Gras vor allem kombiniert mit einer Haltung von Wiederkäuern vermag. Der Anbau von Gemüse erfolgt bei uns, wie auch in anderen Bio-Gärtnereien so intensiv, dass er Humus zehrt.

Wir Menschen können das Klee-Luzerne-Gras für uns nicht direkt als Lebensmittel nutzen. Geht es einmal, als Futter durch die Rindermägen kommt ein sehr stark bodenleben-aktivierender Dung heraus, der letztlich auch das Wachsen des Gemüses und der anderen Pflanzen bewirkt.

Die übrigen 75 % der Ackerbau-Fläche nutzen wir, abzüglich der Blühflächen für die Biodiversitätsförderung, für den Anbau von Kulturpflanzen. Der Gemüsebau nutzt davon 3-4 Hektar, die alle 1-2 Jahre den Standort innerhalb der Ackerfruchtfolge wechselt. Damit weichen wir den sich potenzierenden Schädlingen aus und sorgen für die Regeneration des Bodens.

Ungefähr 40 % der Ackerfrüchte nutzen wir als Futtermittel und 60 % für Lebensmittel. Unser Ackerbau ist im Vergleich zu marktwirtschaftlichen Gegebenheiten kleinteilig und vielfältig. Jede Kultur wird auf gerade einmal 2 Hektar angebaut, was für die meisten Betriebe unwirtschaftlich wäre. Dabei ist die Abnahme durch die Gemeinschaft aktuell insgesamt noch so gering, dass wir manche Ackerfrucht nur alle 2 Jahre anbauen. Theoretisch müsste die Anzahl der Solawi-Mitglieder deutlich wachsen, um im Bereich der Landwirtschaft mit Ackerbau und Tierhaltung die Ernte wirtschaftlich erzeugen und sinnvoll verteilen zu können. Leider würde bei einem solchen Wachstum unser Gartenbau nicht mithalten können.

Fazit: Bei uns gibt es kein Gemüse ohne Ackerbau und Tierhaltung, auch wenn wir niemandem die Lebensmittel aus diesen Bereichen aufzwingen wollen. Bitte sorgt für eine ausreichende Abnahme der Lebensmittel, die nicht (direkt) Gemüse sind.

Unter Lupinenkaffee verstehen wir auf dem Schellehof angebaute und in Dresden geröstete Lupinenbohnen. Die gerösteten Lupinen werden in der hofeigenen Getreidemühle gemahlen und dann in Gläser abgefüllt und in die Depots geliefert.
Der daraus entstehende Kaffee ist koffeinfrei, enthält viel weniger Bitterstoffe und weicht auch etwas von der Konsistenz importierter weit gereister Kaffeeprodukte ab. Bei dem einen oder anderen stellt sich eine Art Kaffee-Trink-Genuss mit Heimatgefühl ein :-) Die Idee für dieses Produkt kam aus den Reihen der Mitglieder und es passt sehr gut zu unserem regionalen, nachhaltigen, fairen Ansatz der Solawi. Tatsächlich ist der Anbau und die Ernte der Lupinen auf unseren Böden ein ganz besonders schweres Unterfangen. Sie peppt zwar genau wie die Ackerbohne unsere Fruchtfolge auf und kann wie alle Leguminosen den Boden mit Stickstoff anreichern, aber die Ackerbohne ist uns die willkommenere Kultur. Den positiven Eigenschaften der Lupine steht eine sehr geringe Abnahmemenge durch die Gemeinschaft gegenüber. Hinzu kommen noch hohe Fremdkosten durch die Rösterei. Alles in allem gehört der Lupinenkaffee zu den Produkten, die einer Rationalisierung in unserer Solawi zu allererst zum Opfer fallen würden, wenn uns personelle oder finanzielle Ressourcen fehlen sollten.

Was können Retter der Lupine tun? Mehr Lupinenkaffee trinken, Menschen zum Lupinen-Kaffee-Trinken einladen und sie fragen, ob sie nicht Lust hätten in der Solawi bezahlte Arbeit zu verrichten :-) (-> Jobs auf dem Schellehof), leckere Rezepte suchen, in denen Lupinen und Lupinenmehl vorkommen und andere von der Schmackhaftigkeit überzeugen. Ernährungsphysiologisch braucht die Lupine eigentlich keine weiteren Argumente, da ist sie top.

Zur Zeit betreibt der Hof keine eigene Hofbäckerei, sondern kooperiert mit zwei Bäckern aus der Umgebung. Da wir nur einmal in der Woche den Bedarf haben, eine für einen kleinen Handwerksbetrieb nicht gerade geringe Menge Brote und Brötchen zu backen, kommt es bei den Bäckern neben ihrem Tagesgeschäft zu einer hohen Arbeitsbelastung. Dieser Umstand macht es schwer unserem Bedürfnis nach Vielfalt in den Backwaren Rechnung zu tragen.

In jeder Verteilung gibt es wöchtentlich 2 verschiedene Brötchen und in der Regel auch 2 verschiedene Brote. Dabei stehen einerseits immer Dinkelvollkornbrötchen und Roggenvollkornbrote als Standardprodukte zur Wahl, die den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellen. Es wird auf Weizen, Auszugsmehl und andere Zusätze, wie z.B. Ghee, Saaten und Körner verzichtet. Wir wollen damit all denjenigen eine Alternative anbieten, die aus gesundheitlichen Gründen oder aus Überzeugung bestimmte Zutaten nicht in ihren Backwaren haben wollen.
Andererseits wartet die zweite zur Auswahl stehende Brötchen- und Brotsorte mit mehr Vielfalt auf, die wir durch verschiedene Mehle, Körner, Saaten, etc. erreichen. Dem »Brötchen der Vielfalt« wird Ghee beigemengt, damit es länger feucht bleibt. Wir verwenden keine Palmfett-Produkte und keine Körner oder Saaten aus Übersee oder Asien. Außer in manchen Rezepten verwendete Bio-Gewürze kommen alle zugekauften Zutaten aus EU-Ländern und aus zertifiziert ökologischen Betrieben.

Langfristig kommen wir nicht um eine eigene Backstube herum, wenn wir das Sortiment erweitern wollen. Die Herausforderung stellt dabei weniger die investive Seite, sondern viel mehr die Suche nach einem Bäcker dar, der sich vorstellen kann auch in anderen Bereichen auf dem Hof zu arbeiten und diesen Bereich überhaupt erst einmal aufbaut.

Die Backwaren werden den Depots in abgezählter Menge entsprechend der Bedarfsmeldungen zur Verfügung gestellt. Jeder nimmt sich im Depot nur die Menge, die er für das jeweilige Produkt in seiner Bedarfsmeldung hinterlegt hat. Wie auch beim Gemüse ist es wichtig, darüber informiert zu sein, was es in der jeweiligen Woche gibt und welche Mengen in der Bedarfsmeldung angegeben wurden, sonst fehlt es einem anderen Mitglied.

Nein, es ist ausgeschlossen, dass unsere Getreideprodukte und Backwaren zu 100 % frei von Weizen sind. Allein schon bei der Ernte vermischen sich in geringem Umfang Körner. Wir haben nur eine Mühle mit der wir sämtliche Körner vermahlen. Bei den Bäckern ist es ebenfalls nicht ausgeschlossen, dass sich Weizenbestandteile in geringem Umfang unter die weizenfreien Mehle mischen. Beim Transport der Brote und Brötchen stehen die Kisten mit den verschiedenen Produkten auch nicht getrennt voneinander.
Wir können nicht mit industriellen Produktionsverfahren mithalten und möchten auf den Weizen auch nicht verzichten. Für Menschen mit einer attestierten Zöliakie können wir unsere Backwaren nicht empfehlen, da in allen Getreidesorten Gluten enthalten ist, am Meisten jedoch im Dinkel und Weizen.

Tiere gehören zu unserem Hoforganismus und übernehmen darin wichtige Funktionen, so z.B. den Erhalt des Grünlandes, welches gleichzeitig Habitat für viele Wildtiere, Insekten, Wildpflanzen, Pilze, etc. ist. Darüber hinaus sorgen sie für eine Gesundung der Böden, denn die Kultivierung von pflanzlichen Lebensmitteln durch den Menschen beeinträchtigt das Ökosystem oft negativ. Wer in und mit der Natur arbeitet kann gut erkennen, dass die Pflanzenwelt die Tierwelt braucht und sich in einem Ökosystem alles gegenseitig nützlich ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auf dem Schellehof keine Pflanze wächst, die nicht direkt vom Leben und Tod von Tieren partizipiert.

Für einige von uns spielen tierische Lebensmittel eine wichtige Rolle in der Ernährung. Es liegt in unserer Verantwortung den Tieren in unserer Obhut, ein ihrem Wesen gerecht werdendes gutes Leben zu ermöglichen. Im Unterschied zu den Wildtieren, die den natürlichen, zum Teil auch leidvollen Vorgängen ausgesetzt sind, verpflichten wir uns bei den domestizierten Tieren, jegliches vermeidbares Leid von ihnen fern zu halten. Nicht jede Tierart lässt sich domestizieren, daher kann man die Mensch-Tier-Verbindung auch als Kooperation zum gegenseitigen Nutzen sehen. Sicherheit und Arterhalt gegen Eier, Milch, Fleisch etc. Im Kontext des durch den Menschen verursachten Artensterbens durchaus nicht die unsinnigste Strategie.

Für ernährungsbewusste Vegetarier und Fleischesser haben tierische Produkte einen ganz besonders hohen Wert, da ihnen klar ist, das durch ihr Leben anderes in den ewigen Kreislauf der Natur eingeht. Unserer Distanz zu den pflanzlichen Lebewesen und zur Bodenbiologie trügt oft darüber hinweg, dass eine reine pflanzliche Ernährung auch nicht mit weniger Tod und vielleicht auch Leid auskommt. Eine Domestizierung oder Kultivierung findet hier genauso statt, wie auch das „Sich-Gegenseitig-Nützlich-Sein“. Der wesentliche Unterschied besteht wohl darin, das wir den großen Tieren in ihrem Wesen weitaus näher sind als der Pflanzenwelt.

Zum Glück gibt es in unserer Gemeinschaft Menschen die dem Essen von Fleisch einen besonderen Genuss beimessen. In der Nutzung eines Lebewesens als Lebensmittel kann eine besondere Wertschätzung liegen. Je mehr Organismen von einem Lebewesen partizipieren, um so wichtiger war seine Existenz für die Natur als Ganzes. Bevor ein Tierkörper den Mikroorganismen und dann den Pflanzen überlassen wird, können wir Menschen uns ruhigen Gewissens an eine frühere Position der Nahrungskette begeben, sofern wir denn wollen. Gleichsam ist es uns ein Anliegen so viel wie möglich von einem Tier zu nutzen, für dessen Leben und Tod wir uns so bewusst eingesetzt haben.

Der Schellehof führt eine flächengebundene Tierhaltung durch. Das bedeutet, wir halten nur so viele Tiere, wie wir durch die Kultivierung des Landes durch den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln Wildtiere verdrängt haben. Das können dann nur so viele Tiere sein, wie mit dem Land, Tiere neben den Menschen ernährt werden können. Das entspricht dann auch der Menge, die für die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes notwendig und sinnvoll ist.
Hier werden auch die Unterschiede unserer Haltung zur »industriellen Massentierproduktion« klar. Ethische Ansätze sucht man dort vergebens und der Konsum dieser Produkte hat selbstverständlich nichts mit den hier beschriebenen Stoffkreisläufen in Ökosystemen gemein.

In wie weit Fleisch unseren Körper mit wichtigen, Vitalität gebenden, Stoffen versorgen kann und was passiert wenn man ihm das vorenthält, ist bekanntlich stark umstritten. Selbiges gilt für die Qualität des Fleisches für unseren Organismus hinsichtlich der unterschiedlichen Tierarten. Hinzu kommen noch religiöse Ansichten, die Aufschluss darüber geben, von welchem Tier und Teil wir Fleisch essen sollten. Hier baue jeder auf seinen Messias oder vertraue der wissenschaftlichen Studie, die am Besten zu seiner Philosophie passt.

Auf dem Schellehof leben aktuell Rinder, Schafe, Gänse, Hühner und Hähne. In der Bedarfsmeldung können die individuellen Vorlieben an tierischen Erzeugnissen Berücksichtigung finden. Es stehen verschiedene Fleischpakete und der HEH-Anteil (Henne-Eier-Hahn-Anteil) zur Auswahl.

Während der deutsche Durchschnittsbürger 60 kg Fleisch im Jahr vertilgt, stehen einem Ernteteilerhaushalt in unserer Solawi durchschnittlich 15 kg zur Verfügung, was ungefähr 3 Fleischpaketen entspricht. Rein statistisch also weniger als 6 kg Fleisch pro Person im Jahr, weil in einem Haushalt 2,4 Personen leben.
Wie viele Fleischpakete in der Saison zur Verfügung stehen, wird während der Bedarfserhebung bekannt gegeben.

Genauso wie es möglich ist auf Backwaren oder Gemüse aus der Solawi zu verzichten, kann auch Fleisch abgewählt werden. Die Solidarische Landwirtschaft funktioniert generell nur dann, wenn das Budget durch die Gemeinschaft aufgebracht werden kann und der Hof die Ernte abgenommen bekommt. Gibt es jemanden, den du kennst, der deinen Verzicht kompensieren könnte?

Grundsätzlich werden die Fleischpakete ab Hof (Schelleweg 1 · 01796 Struppen) ausgegeben. Bisher organisierte die Ernteteiler- Gemeinschaft die Verteilung selbstverantwortlich und es bestand die Möglichkeit alle Fleischpakete, außer die Gänse, in den Depots entgegenzunehmen. Für die kommende Saison 2020/21 arbeiten wir an einer Auslieferung, die in der Verantwortung des Hofes liegt. Im Gespräch ist auch ein gekühlter Transport von Lebensmitteln. Genaueres dazu erfährst du zur Geberrunde.

Im Depot werden die Fleischpakete in isolierten Boxen mit Kühlakkus zur Verfügung gestellt, die während des Transportes und der Depotöffnungszeit das Fleisch kühl halten. In den Kühlboxen ist die Kühlung für 8 Stunden bei einer Temperatur außerhalb der Kühlboxen von max. 20 °C gewährleistet.

Welche Fleischpakete vom Rind stehen zur Auswahl?

Wir sind froh ein System gefunden zu haben, wie wir das Fleisch eines Rindes möglichst gerecht in der Gemeinschaft in Form von Paketen verteilen können. Im Ergebnis gibt es folgende Pakete:

Tabelle einfügen

Ein Paket wird komplett zu einem bestimmten Termin ausgeliefert. In den Haushalten müssen ausreichend Frostkapazitäten vorgehalten werden oder es findet eine unmittelbare Verarbeitung statt. Fleisch kann, wie auch Gemüse, eingekocht werden. Wer mehr als einmal in der Saison Rindfleisch bekommen möchte, muss mehrere Pakete in seinem Bedarf angeben.

Für jedes Fleischpaket in deinem Bedarf muss auch ein Bezugszeitraum angegeben werden. Dadurch wird die Verteilung für uns planbarer und wir bleiben nicht auf den schnell verderblichen Produkten sitzen. Da wir im Vorfeld das Schlachtgewicht des Tieres nicht wissen, kann es jedoch sein, dass wir nicht alle zum gewünschten Termin beliefern können. Über ausreichend Flexibilität bei den Ernteteilern sind wir dankbar. Wenn es absehbar ist, dass wir zum gewünschten Termin nicht liefern können oder noch Pakete übrig sind, werden wir uns umgehend bei euch melden.

Die Gänse werden wahlweise im November (Martinsgans) oder im Dezember (Weihnachtsgans) geschlachtet. Das Schlachtgewicht der Martinsgänse liegt im Durchschnitt bei 3,5 kg und bei den Weihnachtsgänsen bei 4,5 kg. Die Gänse kommen gerupft, evtl. gewachst und ausgenommen, küchenfertig in die Verteilung. Aufgrund der Größe und Menge der Martins-/Weihnachtsgänse reichen unsere Kühlboxen nicht aus, um die Gänse mit in die Auswärts-Depots zu schicken. Sie müssen daher in Struppen abgeholt werden. Die Gänse werden vakuumiert und können so bei 2 ° C max. 4 Tage nach der Schlachtung gelagert werden. Je nachdem auf welchen Wochentag das Weihnachtsfest fällt, kann es sein, dass die Gänse an einem anderen Tag als am Donnerstag zur regulären Verteilung in Struppen abgeholt werden müssen.

Bevor neue Legehennen in das Hühnermobil einziehen, werden die Althennen geschlachtet und küchenfertig vorbereitet. Das geschieht nicht regelmäßig, da das von vielen Faktoren beeinflusst wird (Rasse, Legeleistung, Jahreszeit, Liefermöglichkeiten der Junghennen,...). Prinzipiell möchten wir unsere Legehennen so lange wie möglich Eier legen lassen, was allerdings dazu führt, das es auch mal ein Jahr ohne Hahn und Suppenhuhn geben wird. Dies wird aber vor der Geberrunde bekannt gegeben. Wer seiner Althenne ein Weiterleben ermöglichen kann und möchte, holt diese nach vorheriger Absprache lebend auf dem Sternenhof ab. Die Bruderhähne wachsen nicht bei uns auf, sondern auf dem Betrieb, der auch unsere Legehennen aufzieht. Es ist nach rechtzeitiger Absprache dennoch möglich, den Bruderhahn lebend zu erhalten. Henne und Hahn gehören zusammen mit den Eiern zum »Henne-Eier-Hahn-Paket«. (aktuell beziehen wir unsere Bio-Hühner und Bruderhähne vom Geflügelhof Schubert, Igensdorf)

Trotz der Haltung der Legehennen nach bestem Wissen und Gewissen ist es nicht ganz auszuschließen, dass einzelne Tiere vor dem geplanten Schlachttermin sterben. Da ist einerseits der sensible Organismus des Hochleistungstieres und andererseits die natürlichen Fressfeinde des Huhnes, die den Bestand mal mehr und mal weniger dezimieren. Da aber jeder seine Suppenhenne bekommen soll, bestellen wir ein paar Legehennen mehr als HEH-Anteile abgenommen wurden, was wiederum zur Folge hat, dass wir auch mehr Bruderhähne abnehmen müssen, da dies beim Geflügelhof Schubert unumgänglich miteinander verknüpft ist. So erschließt sich, dass wir einige Bruderhähne „übrig“ haben, also ohne HEH-Anteil verteilen können. Wer also einen zusätzlichen Bruderhahn haben möchte, kann dies in der Bedarfsmeldung angeben.

Seit April 2019 gibt es auch Wurst, überwiegend vom Rind. Du hast mindestens ein Rindfleischpaket geordert, dann kannst du auch ein oder mehrere Wurstanteile beziehen. Wieso nur in Kombination? Wer sich aufmerksam beim Fleischer die Theke ansieht, wird feststellen, dass sie mit 2/3 Wurst und nur 1/3 Fleisch gefüllt ist. Dieser Trend hält seit Jahren an und hat zur Folge das edle Fleischteile »verwurstet« werden. Der Konsument findet immer mehr den Weg zum Fastfood und das macht auch vor dem Fleisch nicht halt. Fastfood-Fleisch heißt ›Wurst‹. Ursprünglich kam nur Fleisch und Fett in die Wurst, das nicht in ihrer ursprünglichen Form vermarktet werden konnte oder das der Konservierung von Fleisch dienen sollte, wie z.B. Schinken. Das macht Sinn und wir wollen dem allgemeinen Trend nicht folgen, zumal die Wurstherstellung mangels Ausstattung und Personal bei uns im Vergleich zum industrialisierten Fleischerhandwerk nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Wurst ist daher für unsere Solawi etwas sehr Wertvolles und in jedem Fall ein Nebenprodukt des Fleisches. Bei einer Schlachtung eines Rindes haben wir max. 15 % Wurstfleisch ausgehend vom Schlachtgewicht.

Wer einen Wurstanteil in seinem Bedarf angibt, bekommt über das Jahr verteilt immer wieder saisonale Überraschungswurst in die Kiste. Aktuell gehen wir ungefähr von 12 Verteilungen von jeweils 200 g Wurst aus. Insgesamt werden also ungefähr 2,4 kg Wurst pro Anteil verteilt. Wir konnten bereits Erfahrung bei der Herstellung von Bratwurst, Fleischkäse, Jagdwurst, Wiener Würstchen, Leberwurst, Frühstücksfleisch, Knacker, Salami, Schinken und Pastrami sammeln.

Um maximale Flexibilität bieten zu können bieten wir 2 Wurst-Anteile an. Inhaltlich werden sich diese kaum unterscheiden, lediglich die Reihenfolge der Wurstsorten wird verschieden sein. Die Wurstanteile A und B werden zeitversetzt geliefert. Somit kannst du deinen Wurstanteil gut an deinen Bedarf anpassen.
Du hast viele Mitesser in deinem Haushalt? Dann entscheidest du dich vielleicht für 2 mal A oder 2 mal B.

Du bist allein, aber möchtest regelmäßiger Wurst essen, dann entscheidest du dich vielleicht für 1 mal A + 1 mal B.

Ernte & Verteilung
Kontakt
Sternenhof (Besucheradresse)
Hauptstraße 62a
01796 Struppen

Schellehof (Verteilstation nur Do)
Schelleweg 1
01796 Struppen

Telefon: (03 50 20) 75 5 75
Mo - Do 8:00 - 12:00 Uhr
Telefax: (03 50 20) 75 95 39

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